Was muß ich rechtlich beachten ?

Aussenwerbung ist im Grundsatz jedem Unternehmer an der Stätte seiner Leistung gestattet, aber Sie werden sehen, es gibt eine Reihe von Ausnahmen und Vorschriften, die es je nach örtlicher Satzung zu beachten gilt. Informieren Sie sich hierzu in Ihrem Rathausportal:
“ örtliche Bauvorschrift über die Gestaltung von Werbeanlagen...”
oder: “Satzung über Werbeanlagen und Warenautomaten...”

Zur Errichtung Ihrer Werbeanlage benötigen Sie u.U. eine Baugenehmigung, die formell beantragt werden muss. Dazu gehören ein  Lageplan, den Sie vom Kataster- oder Liegenschaftsamt kostenpflichtig (i.d. 15-25 €) anfordern können, eine Zeichnung der Werbeanlage mit Bemaßung und Baubeschreibung, insbesondere verwendete Materialien und Farben (Angabe in RAL), die Darstellung der Werbeanlage am Gebäude als Zeichnung 1:50 oder als fotorealistische Darstellung.

Beachten Sie im Einzelfall die Hinweise auf dem Bauantragsformular, welches Sie in vielen Städten aus dem  Internet schon downloaden können, hier gibt es spezielle Anforderungen, wie z.B. die Darstellung der benachbarten Gebäude, statische Befestigungsnachweise oder Einverständniserklärung der Nachbarn. Bei Unvollständigkeit wird der Antrag nicht bearbeitet, und es kommt zu Verzögerungen der Genehmigung. Neben der Bauordnungsbehörde muss  eventuell auch noch der Denkmalschutz prüfen und zustimmen, so kann es sein, dass Sie bis zur feierlichen Eröffnung Ihres neuen Shops noch keine Baugenehmigung für die Aussenwerbung haben. Die Errichtung ohne Baugenehmigung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, und kann mit hohen Strafen geahndet werden. In Nürnberg z.B. bis zu 500.000 € !!!
Die Gebühren werden in der Satzung von den Gemeinden festgesetzt. In der Regel sind es 50 - 60 € je 1000,-€ Herstellungs- und Montagekosten, kann aber auch stark abweichen.             Für vergleichbare Werbeanlagen habe ich in Hamburg und Berlin 150,- €,                                   in Nürnberg dafür 936,-€ in Buxtehude 77,-€ bezahlt.

Für bewegliche Werbeelemente, wie Kundenstopper, Bowflags oder Fahrradständer mit Werbeschild, welche Sie während der Geschäftszeiten auf der Fußgängerzone oder dem Gehweg vor ihrem Laden platzieren, benötigen Sie ebenfalls eine Erlaubnis:               der “Antrag auf Sondernutzung im öffentlichen Raum”    ist meist beim Tiefbauamt zu beantragen und die “wegerechtliche Sondernutzungserlaubnis” kostet durchaus ein jährliche Gebühr.

Beauftragen Sie Ihre Werbeagentur oder Ihren Leuchtreklamehersteller mit der Bauantragstellung. Die kennen sich i.d.R. damit aus und haben alle Voraussetzungen für die Erstellung der Unterlagen.

Die Kosten für die Bauantragstellung liegen bei mir bei max. 100 € ohne amtliche Gebühren. Diese verauslage ich und berechne rein netto weiter. Ich hatte schon Kunden, die 1.000,- € für eine solche Bauantragstellung bezahlen sollten, der Aufwand ist bei weitem nicht so hoch !

Wenn Sie eigene Ideen zu Papier gebracht, oder Vorlagen Ihrer Agentur haben, erkundigen Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Bauordnungsbehörde über die Genehmigungsfähigkeit der geplanten Werbeanlage. Der Mitarbeiter im Amt fühlt sich in seiner Kompetenz bestätigt, der Bauantrag wird korrekt und vollständig ausgefüllt, die Bearbeitungszeit verzögert sich nicht, und manchmal kann man sogar ungestraft vor Erteilung der Genehmigung zur Eröffnung seines Traumshops die fertig installierte Werbeanlage einschalten. Manchmal - nicht immer !!!

Beispiel einer Ortsatzung